Heiße Milch mit Honig
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Ja, da sitze ich nun am Ende eines weiteren Tages in Siena und schlürfe heiße Milch mit Honig. Giulia hat mir gestern Tabletten gegen Erkältungserscheinungen gegeben. Holla, die Enten, das Zeug geht richtig ab! Kurz nach der Einnahme gehen Kreislauf und Feinmotorik auf Sparbetrieb und man fühlt sich richtig schön stoned!
Aber gegen den Schnupfen hat das Zeug sofort geholfen, der traut sich jetzt nicht mehr. Seit heute hab ich aber Husten, immerhin gestaltet sich das Ganze abwechslungsreich, das ist doch was!
Heute Morgen mussten die Leute aus dem Sprachkurs jeweils ein Objekt aus dem Museum beschreiben, wo sie neulich waren. Ich war da ja nicht dabei und bleib daher verschont. Nach der ersten Pause war dann mal wieder gemeinsames Zeitunglesen dran, zum großen Teil ein Artikel über einen Streit am Turiner Flughafen, bei dem ein neapolitanischer Musiker einem Flughafenangestellten das Ohrläppchen abgebissen hat. Man lebt hier scheinbar gefährlich!
Danach kam noch ein Schnelldurchlauf durch die sonstige Tagespresse, bevor leider Mr. Franzose wieder in den Ring gestiegen ist und zwar mit einem Artikel über Sextourismus aus einer Beilage des “Manifesto”. Alle haben wieder die Augen verdreht und der Typ wollte gar nicht mehr aufhören zu schwatzen. Meine Güte!!!
Dann war Mittagspause und ich habe den tollen Kurs für heute hinter mir gelassen und bin aufs Campo gegangen, wo ich mich mit Frank getroffen habe (schöne Grüße an alle!). Wir sind dann essen gegangen und danach noch Eis essen (das Wetter wurde auch langsam wieder besser…) und haben uns sehr nett unterhalten. Ich habe Frank meine Uni(s) gezeigt, die wirklich sehr schön sind und dann waren wir noch in San Francesco, der Franziskanerkirche hier vor Ort. Das ist ein Riesenklopper!!! Das Querschiff ist so groß wie St. Ludwig und viel höher ist der Kasten auch noch. Natürlich wird kaum noch ein Viertel des Raumes für heutige Gottesdienste benutzt, so dass der ganze hintere Teil der Kirche leer ist. Und in der Kirche sind natürlich wieder die Fahnen der Seneser Contraden und die Nationalflagge gehisst. Sehr interessant!
Dann habe ich Frank noch zum Parkplatz an der Festung begleitet, wo seine Bielefelder Reisegruppe wieder eingesammelt wurde und habe brav Guten Tag gesagt. Und dann auch gleich wieder Auf Wiedersehen.
Danach bin ich nach Hause gegangen, wo gerade Giulias Tochter und die Enkel Sara und Chiara (ich schätze sie so auf 8 und 6 Jahre) standen, die aber auch sofort wieder abgedampft sind. Dann hab ich erstmal ein Teechen getrunken und dann Hausaufgaben gemacht, bevor ich mal wieder im Internet war. Im Studiverzeichnis hab ich eine Erasmus-in-Siena-Gruppe gefunden, sehr cool! Zwischendurch kam Birillo angetapst, der sich erneut mit leichter Gewalt aus der Küche befreit hatte. Tap, tap, tap, tap… Er ist kurz auf den Balkon marschiert und hat die Lage gecheckt, dann konnte ich ihn überreden, wieder in seine Küche zurückzukehren. Armes Hundekind! Aber wir verstehen uns schon ganz gut und nach kurzem Zögern gehorcht er meistens. Morgens ist er immer so schön brummelig, wenn ich als erste in die Küche komme (ich stehe hier werktags immer als erste auf und manchmal sind die anderen Damen der Schöpfung noch gar nicht nicht aus der Koje gekrochen, wenn ich schon gehen muss. Sehr deprimierend, besonders bei Regenwetter. Mit mir im selben Bus fahren immer zwei französische Studenten, die ich nicht weiter kenne. Zuerst kommt immer der Junge an und kurz bevor der Bus kommt, das Mädel. Die scheinen zusammen hier irgendwo zu wohnen und auch einen Sprachkurs an der Unversità per Stranieri zu machen. Das Mädel kommt gerne mal mit offenem Gürtel, weil die Zeit nicht gereicht hat, bzw. zieht sich immer nochmal Hose und Socken gerade. Außerdem kommt sie fast jeden Morgen im Top, egal, wie das Wetter ist. Bei Regen oder Kälte packt sie dann einen Pulli aus, aber erst, wenn wir in der Stadt angekommen sind. Sobald sie den Jungen erreicht hat, blabbert sie ihn in Französisch voll. Und täglich grüßt das Murmeltier… Auch die meisten anderen Mitfahrer sind immer dieselben, die zur Arbeit fahren. Eine Frau mit farbenfrohen Kostümen und zerstrubbelten Haaren, ein Mann, der durch seine Brille riesige Augen hat und eine anderer Mann, der aussieht wie Monsieur Matthieu aus “Les Choristes” zum Beispiel. Eine schöne Dorfgemeinschaft haben wir hier auf dem Berg!
Eben habe ich mir dann noch Pasta gekocht und jetzt lasse ich den Tag fröhlich im Internet enden. Über meine Hausarbeiten sollte ich mir mal schleunigst Gedanken machen, aber erst morgen wieder.
Mein momentaner Stundenplan umfasst 20 Wochenstunden, es geht also. Ich mach so viel freiwillig, ich bin wohl zu gut für die Erasmus-Welt. Die anderen chillen bestimmt alle. Die eine Dänin macht nur einen Kurs (also 6 Stunden pro Woche). Aber ich bin ja hier nicht nur zum Spaß haben, also ran an den Speck! Vielleicht ertrage ich ja auch etwas gar nicht, was dann rausfliegt. Das Doofe bisher ist, dass ich zweimal bis 20h Uni hab und somit wohl in keinem Chor mitsingen kann. Mal schauen, das fänd ich sehr schade!
Nun gut, die nächsten Wochen werden neue Erkenntnisse bringen. Morgen ist der letzte Tag mit Nachmittagsunterricht und dann sind’s nur noch zwei Vormittage. Morgen gehen wir ins Museum und schauen einen Film, das heißt, dass vielleicht unangenehme Franzosen- und Polen-Monologe ausbleiben. Zu wünschen wär uns das! Die Polen waren gestern echt schlimm!!!
Also, liebe Freunde meines Blogs, auf eine gemtüliche Restwoche für jeden von uns! Ciao, a presto!
am 27. September 2006 um 00:03 Uhr.
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Vielen Dank!
Und auch weiterhin gute Besserung!